Wer braucht noch Fast-Fashion Labels?

Niemand braucht noch ein „Fast-Fashion“ Label. 

Überall schießen Start-ups aus dem Boden. Jeder will selbstständig sein und es ‚Selfmade‘ nach oben schaffen. Darunter sind auch viele Mode-Labels. Aber nicht nur neue Labels, sondern auch die großen bekannten Marken betreiben unter vorgehaltener grüner Hand gerne Green-Washing und kümmern sich dabei wenig  um die Umwelt sowie ihre Mitarbeiter, welche die Kleidung für sie fertigen. Natürlich fragt man sich: Noch ein Fashion Label, wirklich? Aber wir wollen anders sein. Wir wollen es besser machen.

Doch was ist Fast-Fashion?

Der Name Fast-Fashion basiert auf dem immer schneller werdenden Austausch von Informationen & Waren im Zuge der Digitalisierung. Bereits Anfang der 80er Jahre konnten Modedesigner durch diese Umstände begünstigt schnell auf neue Trends in der Fashion Industrie reagieren & Absatzzahlen durch nicht mehr „nur“ 4 sondern 12 Kollektionen pro Jahr deutlich steigern. Dem Konzept der Gewinnmaximierung folgend wurden Länder mit schlechtem bis nicht vorhandenem Arbeitnehmerschutz zunehmend in die Produktion eingebunden und schlichtweg unter miserabelsten Arbeitsbedingungen ausgenutzt. Das Schlimme: die wirtschaftlichen Strukturen dieser Länder, so auch Bangladesch, befinden sich hier in einer gelähmten Abhängigkeit: über 80% der Exporte und über 10% des Bruttoinlandprodukts werden allein in der Fashion Industrie erwirtschaftet. Hierdurch entsteht eine Abhängigkeit einer Nation gegenüber Großkonzernen, die somit einen sehr hohen Einfluss auf politische Entscheidungen innerhalb des Landes & die damit verbundenen Produktionsbedingungen nehmen können.

Wo liegt der Ursprung?

Der Grund für die Existenz von Fast Fashion liegt nicht wie erwartet auf der Produktionsseite, nein – er liegt bei den Nachfragern, den Menschen wie dir und mir

Wir müssen uns ganz klar fragen: Kann ein Hoodie heutzutage für 9,99€ fair & nachhaltig produziert UND bis zu mir nach Deutschland geliefert werden, sodass ein Unternehmen hieran noch Gewinne erzielt? Nach kurzem nachdenken müsste die Antwort klar sein: nein. Die Verantwortung liegt eindeutig auf Seite des Konsumenten – wir haben die Wahl zu sagen, wir brauchen nicht jeden Monat den neusten trendigen Hoodie und können so den erfolgreichsten Werbekampagnen und unseren Sozialen Medien widersprechen.  Fakt ist, wir können uns genauso gut auf einen oder 2 teurere, dafür fair und nachhaltig produzierte Kleidungsstücke im Jahr beschränken – wir haben die Wahl. Die Menschen jedoch, die Hoodies zum Preis von 9,99€ produzieren, arbeiten für einen Monatslohnt von 40€ inkl. Überstunden und haben meist keine andere Wahl – dies sollten wir uns tagtäglich vor Augen halten und unser Konsumverhalten grundlegend überdenken.

Was können wir nun dagegen tun?

Wir haben uns entschieden unsere Rohtextilien von dem Hersteller Stanley Stella zu beziehen, da sie für Transparenz im Umgang mit Lieferanten, Aufklärung über die Missstände der Fast-Fashion Industrie und faire Arbeitsbedingungen stehen. Weiterhin veröffentlicht Stanley Stella jährlich einen sustainability report und gewährt Konsumenten und Kunden somit tiefe Einblicke in ihre Arbeitsweise. Stanley Stellas Mission lautet, höchst qualitative Textilien unter den verantwortungsvollsten und ethischsten Bedingungen zu produzieren – und das aus gutem Grund in Bangladesch.

Aus den oben dargelegten Gründen wäre es fatal, wenn die gesamte Textilproduktion vor Ort weiter von menschenrechtsmissachtenden Großkonzernen übernommen wird. Mit Stanley Stella siedelte sich in Bangladesch ein Unternehmen an, das die Arbeitsbedingungen in den von ihnen betriebenen Fabriken an die Menschenrechtskonventionen und darüberhinausgehende Richtlinien anpassten und so, wenn auch nur einen kleinen Beitrag, zu einer zukünftigen Revolution einer gesamten Industrie leisten. So heißt es bei Stanley Stella „proudly made in Bangladesch“.

Um die Arbeitsbedingungen in den Fabriken in ethischen Aspekten sicherzustellen, sind vor Ort konstant Teams des Unternehmens angesiedelt, welche regelmäßig kontrollieren, ob die Produktionsbedingungen umgesetzt werden. Dazu zählt, dass z.B. nicht mehr als zwei Überstunden am Tag gemacht werden dürfen. Um die Mitarbeiter der Fabriken zu unterstützen, wird über 50% mehr als der Mindestlohn bezahlt und es werden Lebensmittelläden subventioniert, in denen die Mitarbeiter der Partnerfabriken günstiger einkaufen können.

Hinsichtlich der Realisierung des Ziels der Emissionsreduktion bei der Produktion kooperiert Stanley Stella zum Beispiel in so wenigen Ländern wie möglich und kooperiert nur mit ausgewählten Partnerfabriken und Bauern.

Stanley Stellas Vorgehensweise wird durch viele Zertifikate geprüft, denen sie beigetreten sind. Unter anderem werden sie durch „GOTS (Global Organic Textile Standard)“ ausgezeichnet, welches nicht nur für Bio-Ware, sondern auch für einen sozialen Umgang mit Mitarbeitern des gesamten Produktionsprozesses auszeichnet. Stanley and Stella ist ebenfalls Mitglied der „Fair Wear Foundation“, welche Marken in die Pflicht nehmen möchte, unter anderem für faire Arbeitsbedingungen der Näher/*Innen vor Ort zu sorgen. Der Kriterienkatalog dieser Bedingungen beruht auf der Menschenrechtserklärung und den Richtlinien der ILO (internationale Arbeitsorganisation). Beispiele für Kriterien sind z.B.:

  • Freie Wahl des Arbeitsplatzes, keine Zwangsarbeit.
  • Keine Diskriminierung von Arbeitskräften.
  • Keine Kinderarbeit. Arbeiterinnen müssen mindestens das Pflichtschulalter überschreiten und dürfen in keinem Fall jünger als 15 sein.
  • Die Möglichkeit zur Gründung und zum Beitritt von Gewerkschaften sowie die Durchführung von Kollektivvertragsverhandlungen.
  • Bezahlung eines existenzsichernden Lohns. Die Mitarbeiter sollen in der Lage sein, von ihrer Arbeit leben zu können, die Bezahlung darf nicht unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen.
  • Angemessene Arbeitszeiten. Wöchentliche Arbeitszeit von maximal 48 Stunden und ein freier Tag pro Woche.

Mehr zu Stanley Stellla’s Sustainability Report findet ihr hier.

Worauf wir Wert legen

Uns ist es besonders wichtig, dass sich unsere Partner den Arbeitsbedingungen und Umweltauswirkungen bewusst sind, die aus Ihrem Handeln entstehen und sich deshalb in einem stetigen Prozess des Überprüfens und Verbesserns befinden. Unser Ziel ist es, mit unserem Handeln so wenig Emissionen, so gute Arbeitsplätze und so zufriedene Kunden wie möglich zu erreichen – dies beginnt in unserer Lieferkette bei der Auswahl unserer Baumwollpflanze.

Wir selbst haben als unseren Beitrag zu einer nachhaltigeren Gesellschaft daher zusätzlich entschieden, nur zu drucken, was auch bestellt wird. Somit vermeiden wir eine Überproduktion, einen damit verbundenen toten Lagerbestand und überflüssigen Energieverbrauch – anders als es bei herkömmlichen Fashion Brands üblich ist, die aufgrund höherer Wirtschaftlichkeit auf Lager produzieren.

In Sachen Material haben wir uns bewusst für nahezu reine Bio-Baumwoll-Textilien entschieden, die höchstens einen Anteil von 15% recyceltem Polyester besitzen.

Der Vorteil ist, dass Baumwolle eine der Feldfruchtsorten ist, welche am wenigsten Wasser verbraucht. Um die Umwelt und auch die Menschen zu schützen bezieht Stanley Stella nur Bio-Baumwolle und keine gentechnisch modifizierte Baumwolle. Somit gelangen keine Chemikalien aus Pestiziden in den Boden und die Gewässer. Und nicht nur in den Anbaugebieten hat die Bio Baumwolle Vorteile, denn auch für eure Haut ist sie die bessere Wahl.

Short fact: Wusstet ihr eigentlich, dass Baumwoll-Gentechnik zu einer der größten Selbstmordserien in der Geschichte der Textilindustrie geführt hat? Mehr dazu findet ihr hier.

Für alle, die nach diesem Artikel sich tiefergehend mit dem Thema Fast Fashion auseinandersetzen möchten, hier noch eine Filmempfehlung: The True Cost (2015); Director: Andrew Morgan Writer: Andrew Morgan

Genügend Gründe, um uns & unsere Artists zu unterstützen? Schaut in unserem Shop vorbei & unterstützt somit nicht nur eine faire & nachhaltige Textilproduktion, sondern auch unabhängige Artists.

 

 

Foto Credits: Rio Lecatompessy

 

 

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"Danke für die Unterstützung in dieser schweren Zeit für alle Kunstschaffenden und Kulturliebhaber."

artist von paranormaleight